MINJUNG KIM

MINJUNG KIM

MINJUNG KIM
30.09.2019 29.03.2019
MINJUNG KIM

Kuratorin: Christiane Maria Schneider

Die Langen Foundation freut sich, die erste Einzelausstellung in Deutschland von Minjung Kim (*1962) zu präsentieren.

Minjung Kim, die bereits im Alter von neun Jahren in koreanischer Aquarellmalerei und Kalligraphie ausgebildet wurde, verwendet traditionelle koreanische Techniken und Materialien, um ihre konzeptuellen, mischmedialen Arbeiten zu gestalten. Ihre raffinierte, minimalistische Sprache ist tief geprägt von taoistischer Meditation, aber ist gleichzeitg auch instinktiv  und sehr persönlich.

Minjung Kims abstrakte Bilder entstehen durch das Schichten von Hanji, einem traditionellen koreanischen Papier, das aus der inneren Rinde von Maulbeerbäumen hergestellt wird. Mit dem Rhythmus ihres Atems auf einem Räucherstäbchen verbrennt sie sanft und rhythmisch die Kanten jedes einzelnen Streifens, und mit einer traditionellen koreanischen Klebetechnik collagiert sie diese Streifen Schicht für Schicht auf eine größere Hanji-Fläche. "Das Verbrennen entstand durch meine Erforschung von Linien", sagte sie, "Durch das Benutzen von Feuer konnte ich die Kraft der Natur spüren, aber auch ein Gefühl der Kontrolle".

Die Künstlerin hat ihre Arbeit als eine "Visualisierung von Zen und Tao" beschrieben; ein einzigartiger, meditativer Prozess, bei dessen Ausführung sie schweigt und gleichmäßig atmet. Diese Technik weist starke Parallelen zu Dansaekhwa auf und führt zu hochrhythmischen, abstrakten Oberflächen. 

Minjung Kim studierte an der Hongik University Seoul und setzte ihr Studium an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand fort. Während ihres Aufenthalts in Europa inspirierten moderne, europäische Künstler wie Constantin Brancusi, Brice Marden und Carl André Minjung Kim und ihre Verwendung von Collagen war gleichermaßen von der westlichen Kunst des 20. Jahrhunderts geprägt. Heute lebt die Künstlerin in Italien, Frankreich und New York.