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DATUM 29. Jan. 2016 - 20. Feb. 2016 Ort DiehlCUBE
MARTIN BOROWSKI

Martin Borowski gibt nicht alles. Als feingeistiger Analyst zeitgenössisch artistischer Spektakel, verweigert er sich und uns die Teilnahme am kreischend inszenierten Feuerwerk seiner künstlerischen Zunft. Borowski gibt nicht alles, weil es dessen nicht bedarf. Warum malen, was andernorts das Auge ersäuft, warum dem in bildnerischer Reizüberflutung treibenden Publikum eine Bildidee hinterher feuern, das dieser derben Kurzweil schon so vielfach erlegen ist?

 

Borowski scheint ökonomisch, etwas fehlt hier und ist gleichwohl Teil der Bildfindung. Ist der Künstler darum ein Nassauer, ein Parasit, wie so eindrücklich von Michel Serres beschrieben? Setzt er still an der Arbeit Anderer an, ruht wohlig in deren Betriebshitze? Der französiche Philosoph sagt „Parasit sein heisst: bei jemandem speisen“ also von Anderem zehren und eben das trifft hier nicht zu. Borowski bedient sich nicht an Fremdem, sein Tisch bleibt leer.

 

Spitzbübischer Schalk scheint die bessere Umschreibung des Wesens Borowskis und seiner künstlerischen Unterlassung. Das Werk vollendet sich im Kopf des Betrachters, ein schlichter Allgemeinplatz, der hier in den Arbeiten des Malers eine ganz eigene Umdeutung erfährt. Die ruhigen, fast zu kühlen Leinwände sind geduldige Projektionsflächen, auf denen Spiel und Umgang des Betrachters mit dem aufgewühlten Selbst geruhsam und in eigenem Tempo gespiegelt werden darf. So vollzieht sich des Malers Werbung als Liebender in der Teilhabe der Anderen(). Das ist kein inszenierter Diebstahl, sondern blankes Vertrauen.

 

Martin Eugen Raabenstein

 

(1) „Der Andere aber ist abwesend; ich beschwöre ihn mir selbst herauf, damit er mich vor jener Willfährigkeit der Welt gegenüber bewahrt, die mir auflauert.“  Roland Barthes, Fragmente einer Sprache der Liebe