CHRISTIAN MEGERT

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Spiegeldreieck im rechteckigen Holzkasten, 1963, Spiegel, Holz, 108 x 88 x 11 cm

Christian Megert (* 6. Januar 1936 in Bern, Schweiz; lebt und arbeitet in Düsseldorf) ist ein Schweizer Bildhauer, Objektkünstler, Installations- und kinetischer Künstler, bekannt für sein Arbeiten mit Spiegeln. Christian Megert besuchte von 1952 bis 1955 die Kunstgewerbeschule in Bern, er unternahm von 1956 bis 1960 ausgedehnte Studienreisen nach Berlin, Stockholm und Paris und besuchte die dortigen Kunstgewerbeschulen.Seine erste Ausstellung hatte er in Bern im Jahr 1956 monochrome Material- und Strukturbilder sowie Plastiken aus Eisen und Kunstharz. Ab 1960 entstanden vorwiegend Arbeiten aus Glas und Spiegeln. 1961 verfasste er sein Manifest EIN NEUER RAUM anlässlich einer Ausstellung in Kopenhagen. Das Manifest war ein Aufruf, mit der „Hilfe von Kunst alles Räumliche neu zu überdenken“. Er hatte einige Ausstellungen zusammen mit der Gruppe ZERO, mit der er eine Reihe von Environments mit kinetischen Objekten schuf. Aus diesem Jahr stammt auch Megerts erstes räumliches Environment, ein Spiegelraum, der in der Galerie des Kopenhagener Künstlerfreundes Addi Køpcke installiert wurde. Eine Wand des Raums war mit Spiegelquadraten behangen, die Raumfragmente und Besucher vervielfachten und in endloser Synthese neue Räume erzeugten. 1962 stellte er im Stedelijk Museum in Amsterdam aus, 1964 auf der Schweizerischen Landesausstellung EXPO in Lausanne, im Kunsthaus Zürich, Linz und Graz. 1968 war er auf der 4. Documenta in Kassel mit zwei Spiegelobjekten und einem Spiegelraum vertreten. Megert verkleidete in diesem Raum den Boden und die Decke mit Spiegelquadraten, sodass eine vertikale Endlosspiegelung entstand. Durch den visuellen Entzug des Bodens, wurden die Betrachter scheinbar monumental in die Höhe und den Boden gestreckt. Das Prinzip der Spiegelwände, -bänder und bilder setzte Megert auch im Außenraum um. Vor allen Dingen der gespiegelte Naturraum mit seinen wechselnden Lichtverhältnissen stand im Fokus dieser Installationen. Der Spiegel ist ein industriell gefertigtes Material, das Megert verwendet, um Formen zu brechen, zu verändern und schließlich einen neuen Raum zu schaffen. Die Konstruktion eines Scheinraums durch die Spiegelreflexion ist Megerts spezifische Technik, um den im Manifest geforderten "NEUEN RAUM" hervorzubringen. Bild und realer Raum greifen ineinander. Dafür lotet der Künstler Spiegelungen in allen Facetten aus und dynamisiert das Material, indem er es zerschneidet, collagiert, splittert, übermalt oder lasiert. Neben dem Spiegel verwendet er zudem Folien, lichtkinetische Objekte und polierte Natursteine. In seinen kinetischen Objekten baute Megert Lichtquellen wie Leuchtstoffröhren ein, die eine besondere Farbigkeit mit unterschiedlichen Deckungsgraden eines Farbtons produzierten. Es entstanden serielle Reihungen farbiger Elemente, die in ihrer unendlich fortsetzbaren Vervielfachung ganze Farbräume gestalteten 1973 zog Christian Megert nach DüsseldorfVon 1976 bis 2002 war er Professor am Lehrstuhl für Integration bildender Kunst und Architektur an der Kunstakademie Düsseldorf Er schuf zahlreiche Großplastiken aus Stein für das Musikzentrum in Amsterdam, die Stadt Maastricht die WestLB in Wesel, die Bundesgartenschau Düsseldorf, das Terrassenschwimmbad Baden, den Bankverein Thun und die Stadt Vaduz in Liechtenstein. 2009 hatte Christian Megert eine Retrospektive im Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt und wurde in die Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt aufgenommen. Megert lebt und arbeitet in Düsseldorf und Bern.
Quelle: Wikipedia